Barriere‑Checks: Tools & Methoden

Du willst, dass deine Website wirklich alle erreicht? Dann kommst du um einen Barriere-Check nicht herum. Gemeint ist damit die systematische Überprüfung deiner Website auf digitale Barrieren, also Dinge, die Menschen mit Einschränkungen von der Nutzung abhalten. Das geht zum Glück auch effizient – mit den richtigen Tools und Methoden.

Hier erfährst du, wie du Barrieren findest, bevor es deine Nutzer tun.

Warum überhaupt Barriere-Checks?

Ganz einfach: Weil Barrierefreiheit kein Nice-to-have ist. Sie ist gesetzlich gefordert (siehe Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) – und sie verbessert die UsabilityUsability Benutzerfreundlichkeit – wie leicht und intuitiv sich eine Website bedienen lässt. für alle. ScreenreaderScreenreader Software, die Texte am Bildschirm laut vorliest oder als Braille ausgibt.-User profitieren genauso wie Menschen mit motorischen oder kognitiven Einschränkungen. Aber auch alle anderen, die zum Beispiel mobil surfen, mit langsamem Netz oder einfach mit wenig Geduld.

Tool oder Mensch? Beides!

Es gibt zwei Wege, Barrieren aufzuspüren:

  1. Automatisierte Tools – schnell, aber nicht lückenlos
  2. Manuelle Tests mit echten Nutzern oder Expert*innen – aufwendig, aber unverzichtbar

Die Kunst liegt im Mix. Ein automatisierter Check findet vielleicht 30–40 % der Probleme. Die richtig fiesen Barrieren zeigt dir aber nur der manuelle Test.

🔍 Die besten Tools für den Einstieg

1. WAVE (Web Accessibility Evaluation Tool)

https://wave.webaim.org/
Ein Browser-Tool, das dir deine Website optisch mit Markierungen versieht: Fehler, Warnungen, Hinweise. Super für den ersten Überblick.

2. axe DevTools

https://www.deque.com/axe/devtools/
Ein Plugin für Chrome oder Firefox. Nutzt die axe-Core Engine, die auch in vielen Profi-Tools steckt. Zeigt dir direkt im Dev-Tool-Panel, was nicht barrierefrei ist – und gibt dir gleich den passenden WCAGWCAG Web Content Accessibility Guidelines, internationale Richtlinien für barrierefreie Websites.-Abschnitt dazu.

3. Google Lighthouse

Im Chrome-Browser unter „Untersuchen > Lighthouse“
Checkt unter anderem die Barrierefreiheit. Ist nicht ganz so präzise wie axe oder WAVE, aber gut für einen schnellen Überblick – gerade in Kombination mit anderen Metriken wie Performance und SEOSEO Search Engine Optimization: Maßnahmen zur Verbesserung der Sichtbarkeit in Suchmaschinen..

4. Accessibility Insights (Microsoft)

https://accessibilityinsights.io/
Dieses Tool, verfügbar als Browser-Erweiterung und Desktop-Anwendung, bietet sowohl schnelle automatische Checks als auch geführte Tests für komplexere Szenarien.

🧪 Manuelle Methoden: Barrierefreiheit zum Anfassen

1. Keyboard-Only-Navigation testen

Kannst du deine Website nur mit der Tastatur bedienen? Kein Maus-Click erlaubt! Wenn du irgendwo „stecken bleibst“, geht’s auch Menschen mit motorischen Einschränkungen so.

2. Screenreader-Test

Installier dir z. B. NVDA (kostenlos für Windows) oder nutze VoiceOver auf dem Mac. Hör dir an, wie deine Website klingt. Funktioniert die Navigation? Sind die Überschriften sinnvoll?

3. Mit Betroffenen testen

Der Goldstandard. Nichts zeigt dir Schwächen so deutlich wie der Blick eines Menschen mit Sehbehinderung, motorischen Einschränkungen oder einer kognitiven Beeinträchtigung. Wenn du hier echtes Feedback bekommst, wird’s richtig wertvoll.

Fazit: Barriere-Check = Pflicht, nicht Kür

Barrierefreiheit prüfst du nicht einmal und dann nie wieder. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der mit jeder neuen Funktion und jedem Update mitgedacht werden muss. Tools helfen dir beim Einstieg, aber die echten Aha-Momente kommen oft durch manuelles Testen.

Und das Beste: Du musst nicht alles sofort perfekt machen. Fang an, finde die größten Barrieren – und geh Schritt für Schritt. Denn: Jede Barriere, die du abbaust, macht deine Website besser. Für alle.